Tagesausflug am Tag der Ernährung

Bezirksverband Schaumburg auf Bustour ins Europäische Brotmuseum

|   BV SchaumburgMeldung

Die richtige Ernährung beschäftigt gerade Diabetiker ganz besonders. Zu einem entsprechenden Thementag reiste eine Gruppe aus Schaumburg ins Europäische Brotmuseum nach Ebergötzen.

Der Duft nach frischgebackenem Brot, weicher Teig und knusprige Kruste, die Wärme des Ofens: Schon beim Betreten des Brotmuseums in Ebergötzen werden die Sinne angesprochen, wie es in den meisten heutigen Bäckereien der Filialketten kaum noch passiert.

Die Ernährung ist ein Thema, das Diabetiker im Alltag begleitet wie kaum ein anderes. Entsprechend organisiert Heide Slawitschek-Mulle, Vorsitzende des Bezirksverbandes Schaumburg im Diabetiker Niedersachsen e.V., seit rund 15 Jahren jährliche Bustouren, die sich in der Regel rund um das Thema Nahrungsmittel drehen. Vorherige Touren führten etwa in die Zuckerfabrik Nordstemmen oder zu den Graf-Metternich-Mineralwasserquellen.

Brot als Nahrungsmittel

Diesmal steht also das Europäische Brotmuseum im Landkreis Göttingen auf dem Programm. Und hier geht es sinnlich weiter. Zunächst klärt eine Mitarbeiterin über gebackene Teigwaren als eines des ältesten Nahrungsmittel der Menschheit auf – und ruft dazu auf, das Bäckerhandwerk als solches zu schätzen: „Wenn man im Supermarkt für einen Euro eine Tüte abgepacktes und vorgeschnittenes Brot kauft, kann das natürlich nichts sein!“

Dann dürfen die mehr als 30 Mitreisenden, die noch vor dem Morgengrauen ab 6.45 Uhr in Bad Eilsen, Bückeburg und Bad Nenndorf in den Bus zugestiegen sind, selbst nach Herzenslust kneten und formen: Eine Bio-Bäckerei aus dem Nachbardorf hat je 500 Gramm schwere Roggen-Weizen-Teiglinge angeliefert, die nun je nach Gusto geformt und dann gebacken werden. So entstehen unter den Händen der Reisegruppe Brote in Igel-, Schildkröten- oder Katzenform, geschickt geflochtene Brotzöpfe oder auch mal eher expressionistisch anmutende Klumpen mit viel künstlerischem Ausdruck.

Mühlen und Mittagspause

Während die Brote im Ofen backen, geht es über das Freigelände des Museums. Dort wartet zunächst ein Kräuter- oder Apothekergarten – und schließlich eine Bockwind- sowie eine Wassermühle. Beide werden lebhaft von einem örtlichen Müller vorgestellt. Einziger Wermutstropfen: Nachdem sich der Bus auf der Hinfahrt den Weg durch strömenden Regen bahnen musste, strahlt nun zwar die Sonne – dafür ist es aber völlig windstill, weshalb in der voll funktionstüchtigen Windmühle alle Räder still stehen. „Wenn wir jetzt ein wenig Luft auf dem Flügelkreuz hätten, dann würde das ganze Ding so richtig schön hin und her schwanken“, erzählt der Müller. Einige sind da angesichts der Höhe im Obergeschoss der Mühle und ihrer mehr als 200 Jahre alten Holzplanken doch ganz froh über das ruhige Wetter.

Nach so vielen Informationen rund um Brot, Nahrungsmittel und Ernährung wird in einem nahegelegenen griechischen Restaurant eine Mittagspause eingelegt. Dabei ist es durchaus ganz gut, dass das Küchenteam auf das in hellenischen Lokalen gerne gereichte Weißbrot verzichtet – nach dem Besuch des Museums und mit den frischgebackenen Broten im Gepäck wäre das eine eher freudlose Angelegenheit gewesen. Die servierten Gerichte – etwa Gyros, Moussaka oder auch Schnitzel mit Pommes – sind allerdings einwandfrei und schmecken allen richtig gut. Beim Essen besteht derweil die Gelegenheit zum Austausch. Einerseits wird das gerade Erlebte besprochen, andererseits geht es aber auch um ganz klassische Selbsthilfe-Themen rund um Diabetes, etwa neue Pumpenmodelle, CGM – und natürlich auch hier um das Essen und die Ernährung an sich.

Rückfahrt mit Zwischenstopp in Fredelsloh

Derart gestärkt legt die Gruppe auf der Rückfahrt ins Schaumburger Land noch einen Zwischenstopp im Künstler- und Töpferdorf Fredelsloh ein. In dem Solling-Ort mit seinen rund 900 Einwohnern scheint die Zeit ein wenig stehengeblieben zu sein. Schmale Gassen, Hühner und Gänse in den Gärten, bunt bepflanzte Vorgärten: Rund um die romanische Klosterkirche im Zentrum geht es beschaulich – man könnte auch sagen: verschlafen – zu. Seit dem Mittelalter ist Fredelsloh von einer nahen Tongrube geprägt, weshalb es bis heute viele Töpfereibetriebe im Ort gibt, die bezaubernde Tassen, Töpfe und Krüge feilbieten.

Es folgt die letzte Etappe: Durch landschaftlich sehenswerte und in Norddeutschland so eher selten zu erlebende Serpentinenstraßen und Bergpässe führt die Bustour durch die Rühler Schweiz in Richtung Hameln und dann gen Schaumburg.

Um einige Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse reicher, zerstreut sich die Reisegruppe mehr als zwölf Stunden nach dem Start wieder – natürlich aber nicht, ohne sich herzlich bei der Organisatorin zu bedanken und sich gegenseitig zu versichern: „Bis zum nächsten Mal!“