Diabetischer Fuß

Fuß-Pass zum Schutz vor Amputationen

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Alle Diabetiker haben ab sofort Anspruch auf einen Fuß-Pass von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der das Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom ausweist. Erhältlich ist dieser Pass beim Dia-Doc oder Hausarzt.

Immer noch gibt es in Deutschland viel zu viele Fußamputationen. Bei jedem Menschen mit Diabetes sollten mindestens einmal pro Jahr die Füße untersucht werden. Je nach persönlichem Risiko aber auch öfter. Falls Euer Arzt diesen Pass noch nicht vorliegen hat, sprecht ihn am besten beim nächsten Besuch darauf an.

Farbe von Fuß-Pass zeigt das Risiko

Die Farbe des Passes weist auf das individuelle Risiko für das Diabetische Fußsyndrom hin. Patienten, die einen grünen Pass erhalten, haben ein geringes Risiko und sollten daher nur einmal pro Jahr ihre Füße von ihrem Arzt untersuchen lassen. Wer einen gelben Pass hat, dem wird geraten, die Füße alle sechs Monate kontrollieren zu lassen und auch regelmäßig zur Fußpflege zu gehen.

Wer einen roten Pass erhält zeigt am besten alle drei Monate seine Füße dem Arzt. Und ganz wichtig: Rät der Arzt zur Amputation, unbedingt eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einholen! Der gemeinsame Bundesausschuss hat im April einen Rechtsanspruch in seine Richtlinie zu Zweitmeinungsverfahren aufgenommen.

Amputation: Jeder hat Recht auf zweite ärztliche Meinung

Nicht alle Betroffenen seien sich dieses Rechts auf eine ärztliche Zweitmeinung bewusst, sagte Präsidentin der DDG Monika Kellerer. „Auch wenn der aktuelle G-BA-Beschluss ein großer Fortschritt in der Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms ist, bestehen noch Unklarheiten und Probleme in der realen Umsetzung“.

Telemedizinisches Zweitmeinungskonsil, wenn die Zeit drängt

Wer schon im Krankenhaus liegt und bei dem die Ärzte eine sogenannte Major-Amputation planen, ist eine Zweitmeinung aus Zeitgründen jedoch meistens nicht möglich. Hier sei die Situation immer dringlich und erfordere oft eine Entscheidung innerhalb von 36 Stunden. Für diesen Fall schlägt die DDG ein telemedizinisches Zweitmeinungskonsil vor.

Ziel des Fuß-Passes ist deswegen nicht nur, die regelmäßige Kontrolle der Füße zu garantieren und somit möglichen Amputationen vorzubeugen, sondern auch alle Diabetiker über ihr Recht auf eine zweite Meinung aufzuklären. Bevor man sich dem Fuß amputieren lässt, besser noch mal einen anderen Arzt fragen, ob das wirklich notwendig ist.

Jede zweite Amputation könnte ganz oder teilweise verhindert werden

In Deutschland kommt es jährlich zu rund 40.000 Amputationen wegen eines Diabetischen Fußsyndroms. Knapp die Hälfte davon könnten durch Prävention und konservative Therapien begrenzt oder verhindert werden, schreibt die DDG. Dazu gehören die regelmäßige Untersuchung der Füße auf Wunden, die Druckentlastung sowie die Durchblutungsförderung und später die chirurgische Wundreinigung.

 

Fuß-Pass